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	<title>Systemic Thinking Archive &#8211; Thinking Circular</title>
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	<description>Das Multiversum der Kreislaufwirtschaft.</description>
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		<title>Paradigmen im Wandel</title>
		<link>https://thinking-circular.com/de/paradigmen-im-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eveline Lemke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 14:10:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Circular Society]]></category>
		<category><![CDATA[Systemic Thinking]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aktuell erleben wir große Veränderungen: Der Klimawandel, die Digitalisierung, Erfahrung mit einer Pandemie und Wetterereignisse, die ganze Landschaften zerstören, wie zuletzt im Ahrtal lassen uns an Leib und Seele spüren, was Veränderung bedeutet. Donella Meadows hat beschrieben, wie sich in Zeiten von Veränderung auch grundsätzliche Vorstellungen der Menschen darüber, wer wir in dieser Welt sind, stark verändern. Sie beschreibt mit „Transcending paradigms“ die Veränderungen von gesellschaftlich verankerten Haltungen, die auch die größten Hebel im Wandel von Systemen sind. Maja Göppel hat darüber geschrieben und mit „Great Mindshift“ eine...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aktuell erleben wir große Veränderungen: Der Klimawandel, die Digitalisierung, Erfahrung mit einer Pandemie und Wetterereignisse, die ganze Landschaften zerstören, wie zuletzt im Ahrtal lassen uns an Leib und Seele spüren, was Veränderung bedeutet. Donella Meadows hat beschrieben, wie sich in Zeiten von Veränderung auch grundsätzliche Vorstellungen der Menschen darüber, wer wir in dieser Welt sind, stark verändern. Sie beschreibt mit „Transcending paradigms“ die Veränderungen von gesellschaftlich verankerten Haltungen, die auch die größten Hebel im Wandel von Systemen sind. Maja Göppel hat darüber geschrieben und mit <a href="http://greatmindshift.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">„Great Mindshift“</a> eine Zusammenfassung dringender Veränderungen und notwendiger Grundhaltungen beschrieben.</p>
<p>Damit ist klar: Die geänderten Haltungen verändern die Grunderzählungen unseres Daseins. Sie definieren die Verhältnisse Mensch zu Mensch, Mensch zur Natur, Mensch zur Technik, von Kultur und Identität. Wir schauen uns diese Paradigmen daher näher an:</p>
<p><strong>Kultur als Gewohnheit</strong></p>
<p>Kultur galt lange als Ausdruck von Zivilisation und damit Ausdruck einer Antithese zur Barbarei, zum Wilden, zum ungeordneten Leben von Menschen in anderen Regionen der Erde. Kultur wurde dabei an Traditionen zu verhaltenstypischen Dingen wie Ernährung, Arbeit, Bildung von familiären Strukturen, Bildung und anderer sozialer Komponenten eingeordnet. Der Kulturwissenschaftler Prof. Terry Egleton macht deutlich, was die bisherige Definition zum „Guten der Kultur“ als Leitbild formulierte und stellt sie genau deshalb fundamental in Frage. Wenn Kultur nur eine Gewohnheit sei, sei aber das Paradigma Kultur selbst in Frage gestellt.</p>
<p>Was wir als neues Paradigma sehen, ist dass die Debatte über das, was Kultur ist, nun wissenschaftlich als Gewohnheits-Beobachtung neu aufgerollt wird. Behavioral Economics spielen deshalb für die Circular Economy eine wichtige Rolle.</p>
<p><strong>Identität als Narrativ des Ich</strong></p>
<p>In der vorangegangenen Epoche der Vormoderne war Identität eine Funktion von festgelegten Rollen und eines traditionalen Systems von Mythen, die Orientierung und religiöse Sanktionen boten (Kellner, 1992). Zudem war Identität unproblematisch und nicht Gegenstand von Reflexion oder Diskussion. Individuen durchlebten keine Identitätskrisen, noch änderten sie radikal ihre Identität. Der Terminus &#8222;Identität&#8220; wurde erst dann und in dem Maße bekannt, wie die Bildung von Identität massenhaft zu einem Problem wurde. Dies passiert vor allem vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung der Religionen. Zygmunt Bauman stellt 1997 fest: &#8222;Identität kann nur als ein Problem existieren, sie war von Geburt an ein Problem, wurde als Problem geboren &#8230;&#8220;</p>
<p>Die narrative <em>Psychologie nach Mancuso und Hevern </em>geht davon aus, dass wir unser ganzes Leben und unsere Beziehung zur Welt als Narrationen gestalten. Wir träumen narrativ, tag-träumen narrativ, erinnern, antizipieren, hoffen, verzweifeln, glauben, zweifeln, planen, revidieren, kritisieren, konstruieren, klatschen, hassen und lieben in narrativer Form.</p>
<p>Insofern handelt es sich bei der Narration nicht um einen Lebenslauf, den man &#8211; nicht allzu häufig &#8211; schreibt und fortschreibt, sondern um einen grundlegenden Modus der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit. Narrationen sind dabei in soziales Handeln eingebettet und werden über Social Media kommuniziert. Unsere Identität entsteht als Narrativ des Ich.</p>
<p><strong>Natur als Partner</strong></p>
<p>Das Verständnis, die Welt mit Technik beherrschen zu können, herrscht seit der Einführung „göttlicher Mathematik“ im Mittelalter vor. Über dem Menschen stehe nur Gott, diejenigen, welche ihm am besten dienen, stehen in der Hierarchie über den Schäflein, die es zu hüten gibt. Danach ist Natur eine Ressource, die genutzt werden darf. Aber sie hat keine eigene Rolle oder Vertretung im Dasein. Heute sprechen WissenschaftlerInnen auch von Naturvergessenheit. Wir Menschen nehmen uns nicht als Element natürlicher Systeme wahr, weil unsere Prägung über Jahrtausende vom Bild des Homo Deus geprägt war, der die Welt und die Zukunft nach dem Beispiel Gottes gestaltet.</p>
<p>Dieses Verständnis wird aktuell abgelöst, durch die Erkenntnis der Beschränktheit eigener Erkenntnisfähigkeit (Wissenschaftskritik) und globaler systemischer Veränderungen, wie dem Klimawandel.</p>
<p>Ein Beispiel ist das Werk <a href="https://critical-zones.zkm.de/#!/detail:lynn-margulis-archive-arbeitstitel" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">„Life is a connected phenomenon – thinking alongside Lynn Margulis”</a>, veröffentlicht in den Critical Zones des ZKM, Karlsruhe oder durch Darstellung der Symbiogenese des Menschen in der Natur nach Lynn Margulis.</p>
<p>Die Systemtheorie stellt den Menschen als ein Element unter vielen lebenden Elementen auf dem Planeten Erde und im Universum da und setzt Menschen in Verbindung zu allen anderen systemischen Funktionen und Elementen. Dies Verständnis findet sich jetzt in vielen Theorien wieder:</p>
<p>So im Designprinzip der Circular Economy Cradle to Cradle, in der Theorie der Permakultur, in Theorien zu Symbiogenetischen Entwicklungen, beim Regenerativen Design, der Theorie der Regenerativen Stadt oder Transition Towns. Sie alle verfolgen den Anspruch, Kreisläufe aus für Mensch und Umwelt unbedenklichen Stoffen aufzubauen und lokale Ökosysteme zu regenerieren.</p>
<p><strong>Mensch als Mitwesen</strong></p>
<p>Der Film <a href="https://www.youtube.com/watch?v=WqT5g9y4dmE" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">„Earthlings“</a> hat als Kassenschlager gezeigt, wie der Mensch mit anderen Spezies auf der Welt umgeht. Es wird schonungslos gezeigt, wie wir industriell Fleisch produzieren und hat die Bewegung des Veganismus und Vegetarier stark beeinflusst. Der Begriff Speziezismus wird analog zu Sexismus oder Rassismus verwendet. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vSMzIIq2fq0" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Jane Goodell</a> hat mit Ihrer wissenschaftlichen Karriere über die Erforschung von Primaten und persönlicher Empathie gezeigt, wie ein neues Verhältnis zwischen Menschen und Mitbewohnern des Planeten Erde aussehen könnte. Der Mensch als Mitwesen auf diesem Planeten bildet diese Erzählung ab. Insbesondere ihr Nachweis, dass der Mensch nicht das einzige Wesen ist, welches Werkzeuge gebraucht, reflektieren kann und Gefühle hat. Sie hat dies bei Primaten nachgewiesen und sie revolutionierte damit das Paradigma des Menschen ein „besserer Earthling“.</p>
<p><strong>Innovation for purpose</strong></p>
<p>Innovation fand bisher in ausgewählten Kreisen von Innovatoren, Geldgebern statt. Mäzenatentum wendete sich ausschließlich Fürsorgefragen zu. Heute geht der Trend zu Selbsthilfe, der Selbstwirksamkeit und dem Stärken von Stärken, also dem „Empowerment“. Die Suche nach besseren Systemen in allen gesellschaftlichen Schichten hat begonnen. Das GUTE LEBEN wird beschrieben und beschworen und die Sicherung der Lebensgrundlagen steht über allem. Die Methoden des Design Thinking und Systemic Thinking gelten hier als Treiber von Innovation, die globale Probleme löst, anstelle weiterer Probleme zu kreieren. Der Rolle der Gesellschaft (Civil Society) kommt hier eine besondere Bedeutung zu, diesen Prozess von innen voranzutreiben. Die Circular Society Community adaptiert bereits die Elemente aus den vorgenannten Paradigmen und integriert sie in ihr Konzept.</p>
<p><strong>Gesellschaft ist Kommunikation – No cloud/cloud only</strong></p>
<p>Digital Natives betrachten Ihr Mobiltelefon als emotional technisches Bindeglied zu anderen Mitgliedern der Gesellschaft, mit denen sie ständig distanzlos kommunizieren können. Systemdenker Luhmann beschreibt Kommunikation als Verbindung, die Gesellschaft herstellt. Hier liegt die systemtheoretische Betrachtung zu Grunde, dass die einzelnen Elemente der Gesellschaft (Individuen, Organisationen, Verwaltung etc.) miteinander kommunizieren müssen. Dabei sind Regeln, Gesetze und Normen auch Bestandteil von Kommunikation, welche die Verbindung herstellten. Bei Kommunikation geht es nicht nur um Sprache und Verständnis, sondern um den Kontext der Regel, mit der die Kommunikation verstanden und beantwortet wird, z. B. auch durch Verhalten und Nicht-Verhalten. Luhman sagt: Nicht die einzelnen Individuen mit Ihren Charakteristika, sondern ausschließlich die Form der Kommunikation der Gesellschaft „Sind“ Gesellschaft. Dieses neue Verständnis des eigenen Seins als Kommunikator in Systemen (Blasen, Bubbles, Clouds) verändert bereits heute Verhalten. Insbesondere da auch mit den negativen Effekten fehlgelaufener Kommunikation umgegangen werden muss (Stalking, Datenmissbrauch, Gesichtsverlust etc.). Denn heute stehen nicht nur „Promis“ in der öffentlichen Kommunikation, sondern alle, die sich im Internet und auf Social Media bewegen.</p>
<p>Wie spricht ein Baum? Dies ist eine naturwissenschaftliche Frage und sie wird z. B. durch Erkenntnisse aus der Biochemie beantwortet. Sprache drückt sich hier in Prozessen nach Regeln der Natur aus, die durch Mathematik, Physik, Chemie uva. beschrieben werden können. Die Regel mit der ein alter Baum z. B. einen jungen Baum mit Traubenzucker über das Wurzelwerk versorgt, wird so als Kommunikation bezeichnet. Woher weiß der Baum, dass er seine Wurzeln für diesen Zweck mit dem jungen Baum verbinden muss? Das ist noch nicht geklärt. Die Sprache der Bäume und der Natur braucht noch viele Dolmetscher.</p>
<p>Das verändernde Paradigma, dass Gesellschaft sich an Regelwerken definiert wird also abgelöst durch ein Systemverständnis, in welchem die Elemente des Systems zur Selbstordnung fähig sind, weil sie darüber kommunizieren.</p>
<p><strong>Gesellschaftsvertrag neu schreiben – best collaborators will win</strong></p>
<p>Darwins These, dass der Stärkere der Gewinner im Überleben sei, ist überholt. Die Biologie, Ökologie, Verhaltenswissenschaften und Psychologie haben bewiesen, dass die „Stärke“ eines Siegers in Systemen aus sämtlichen Systemfunktionen erwächst. Die Erkenntnis der Systemdenker zeigt: „Best collaborators will win“. Insbesondere im Bereich der Entwicklungswissenschaften und der Entwicklungsökonomie setzt sich diese Erkenntnis durch. Die Suche nach Methoden der besten Kollaboration (Netzwerke, Prozessorientierung, etc.) hat begonnen.</p>
<p><strong>Performance Economy und Economy of Commons</strong></p>
<p>Das Wachstumsparadigma ist überholt, makroökonomische Gleichgewichtsmodelle haben ausgedient, Ressourcenendlichkeit und die Bedeutung öffentlicher Güter (Klima, Umwelt) und sozialen Ausgleichs zum Erhalt von Frieden und Sicherheit haben an Bedeutung gewonnen. Die neue Ökonomie im Ausgleich der Ökologie hat neue Namen.</p>
<p>Das Projekt CRESTING fasst alle Theorien der sich neu entwickelnden Circular Economy zusammen. Wir haben es in einem anderen Blog behandelt, <a href="https://www.eveline-lemke.de/2021/04/wie-ein-wal-ohne-orientierung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Sie finden ihn hier.</a></p>
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		<title>Wirtschaft als komplexes System verstehen</title>
		<link>https://thinking-circular.com/de/wirtschaft-als-komplexes-system-verstehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eveline Lemke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2021 12:39:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es wird gelehrt, dass die Wirtschaft eine einfache lineare Struktur hat. Dabei geht es um Angebot und Nachfrage, Produktion und Konsum, Geld und Währungen, Preise und Spekulationen. Das lässt sich leicht durch Zahlen und Kurven in einer 2-dimensionalen oder 3-dimensionalen Mathematik beschreiben. Tatsächlich haben wir es jedoch mit offenen sehr komplexen Strukturen zu tun, wenn wir Wirtschaft erklären wollen. Insbesondere eine Betrachtung der globalen Wirtschaft, welche auch noch Umweltbeziehungen einbindet, geht darüber hinaus. Auch zeitliche Dimensionen und Dynamiken sind zu berücksichtigen. Komplexität ein Teil der VUCA-Welt. Der Begriff...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-4425 alignright" src="https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2021/09/Systemdenker-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2021/09/Systemdenker-300x300.jpg 300w, https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2021/09/Systemdenker-150x150.jpg 150w, https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2021/09/Systemdenker.jpg 303w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Es wird gelehrt, dass die Wirtschaft eine einfache lineare Struktur hat. Dabei geht es um Angebot und Nachfrage, Produktion und Konsum, Geld und Währungen, Preise und Spekulationen. Das lässt sich leicht durch Zahlen und Kurven in einer 2-dimensionalen oder 3-dimensionalen Mathematik beschreiben. Tatsächlich haben wir es jedoch mit offenen sehr komplexen Strukturen zu tun, wenn wir Wirtschaft erklären wollen.</p>
<p>Insbesondere eine Betrachtung der globalen Wirtschaft, welche auch noch Umweltbeziehungen einbindet, geht darüber hinaus. Auch zeitliche Dimensionen und Dynamiken sind zu berücksichtigen. Komplexität ein Teil der VUCA-Welt. Der Begriff &#8222;VUCA&#8220; wurde aus der Notwendigkeit heraus erfunden, dass wir neue Worte brauchen, um unsere Wirtschaft zu beschreiben, die nicht mehr eine einfache, leicht zu steuernde Maschine ist. VUCA beschreibt unsere Wirtschaft als: volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig.</p>
<p>Dennoch halten die meisten Wirtschaftsinstitutionen immer noch an der Idee fest, dass wir die Wirtschaft auf einfache Weise steuern können, wenn wir uns an der Mehrung finanzieller Überschüsse orientieren. Aber: Die Theoretiker müssen feststellen, dass die Wirtschaft einige neue Akteure an Bord hat. Keine einzige Wirtschaft kann betrieben werden, ohne dass die Natur als Grundlage allen Lebens und aller unserer Ressourcen, die wir verwalten, uns stabilisiert. Die Gesetze und Systemregeln der Natur können nicht ignoriert werden. Die Klimakrise hat uns gezeigt, dass die Wirtschaft das Systemdenken übernehmen muss. Der Planet selbst ist zu einem Spieler auf dem Spielfeld geworden. An dieser Stelle kommt die Circular Economy ins Spiel. Sie bietet die Möglichkeit, die Wirtschaft als das zu sehen, was sie wirklich ist &#8211; ein Teil eines komplexen Systems.</p>
<p>Als Thinking Circular® haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Orientierung im Dschungel dysfunktionaler Systeme zu geben, damit Circular Economy nicht nur eine Vision, sondern Realität wird. Deshalb haben wir SI-Tools mit zirkulären Ansätzen und auf Basis eines Verständnisses der Circular Economy als Systemtheorie angepasst.</p>
<p>Hier finden Sie nun unser Handbuch dazu. Dieses Handbuch soll eine Brücke von der Systeminnovation zur Circular Economy schlagen. Es soll ein Leitfaden für Manager sein, die sich auf den Weg in eine Circular Economy machen wollen. Inspiriert durch das Systems Innovation Network (SI), liefert es eine Beschreibung des grundlegenden Verständnisses des Systemdenkens, das notwendig ist, um sich in der komplexen und sich ständig verändernden Welt der Wirtschaft zurechtzufinden. Es soll dadurch helfen, das System besser zu verstehen.</p>
<p>Es steht als kostenloses Open Source Dokument zur Verfügung. Schaut einfach vorbei unter <a href="https://thinking-circular.com/de/wissen/" target="_blank" rel="noopener">Wissen &#8211; Thinking Circular (thinking-circular.com)</a></p>
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		<title>Stakeholder Economy</title>
		<link>https://thinking-circular.com/de/stakeholder-economy/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eveline Lemke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2020 15:17:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Circular Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Systemic Thinking]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Prof. Klaus Schwab wirbt für ein Modell namens „Stakeholder-Kapitalismus“. Seine Interpretation dieser Wirtschaftsform sowie die Formulierung selbst wurden vielfach diskutiert. Die Davoser Teilnehmer werden für ihr Heuschrecken-Verhalten kritisiert, das die Ressourcen des Planeten zerstört und den Klimawandel verursacht. So ist das neue Davoser Manifest ein Schritt in die richtige Richtung und wir möchten gerne interpretieren, was wir während des Treffens beobachtet haben. Die Hauptannahme der Stakeholder Economy ist, dass jedes Unternehmen, das mit der Zeit florieren will, nicht nur finanzielle Leistungen erbringen sondern auch zeigen muss, wie es...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Klaus Schwab wirbt für ein Modell namens „Stakeholder-Kapitalismus“. Seine Interpretation dieser Wirtschaftsform sowie die Formulierung selbst wurden vielfach diskutiert. Die Davoser Teilnehmer werden für ihr Heuschrecken-Verhalten kritisiert, das die Ressourcen des Planeten zerstört und den Klimawandel verursacht. So ist das neue Davoser Manifest ein Schritt in die richtige Richtung und wir möchten gerne interpretieren, was wir während des Treffens beobachtet haben.</p>
<p>Die Hauptannahme der Stakeholder Economy ist, dass jedes Unternehmen, das mit der Zeit florieren will, nicht nur finanzielle Leistungen erbringen sondern auch zeigen muss, wie es einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet. Folglich müssen Unternehmen allen ihren Stakeholdern zugute kommen, einschließlich Aktionären, Mitarbeitern, Kunden und den Gemeinden, in denen sie tätig sind.</p>
<p>Aber was bedeutet das im Einzelnen? Wie kann öffentliches Interesse in Wirtschaftsorganisationen eingebaut werden? Arbeiter könnten in Gremien sein, um ihre Interessen zu vertreten, aber was ist mit dem Rest der Gemeinde? Wie können wir ökologische und soziale Ziele in Unternehmen einbeziehen?</p>
<p>Da das Konzept eine anthropozentrische Perspektive einnimmt, können einige Gruppen wie die breite Öffentlichkeit als Stakeholder anerkannt werden, während andere ausgeschlossen bleiben. Eine solche Perspektive gibt Pflanzen und Tieren oder auch Boden und natürlichen Rohstoffen keine Stimme als Stakeholder, sondern nur einen instrumentellen Wert in Bezug auf menschliche Gruppen oder Individuen.</p>
<p>Die grundlegende Ökonomie zeigt, dass der Planet unseren linearen Produktionspfad nicht länger tragen kann. Die Kreislaufwirtschaft ist für uns alle eine große Chance und Herausforderung zugleich. Da die Konsequenzen unseres gegenwärtigen Produktionsmodells immer deutlicher werden, schlägt die Circular Economy eine radikal andere Denkweise vor: eine Denkweise, die auch den wirtschaftlichen Wohlstand langfristig sichert. Indem die Ökonomie hinter einem Kreislaufmodell verankert wird, liefert es die theoretische Grundlage, um die Bedingungen für mehr Wohlstand und Umweltschutz weiter zu untersuchen.</p>
<p>Durch die Neuorganisation unserer Wirtschaft nach den Grundsätzen unseres globalen Lebenserhaltungssystems, dem Ökosystem des Planeten Erde, ermöglicht uns die Circular Economy einen kontinuierlichen Wertschöpfungszyklus, in dem nichts verschwendet und die wirtschaftliche, soziale und ökologische Wertschöpfung optimiert wird .</p>
<p>Zirkularität und systemisches Denken stellen unsere derzeitige Denkweise in Frage und spornen uns zum Handeln an. Es ermutigt uns, ob in der Regierung, in der Wirtschaft oder in der Zivilgesellschaft, zirkuläre Strategien zu entwickeln und unsere gegenseitige Abhängigkeit für Systemänderungen anzuerkennen.</p>
<h3>Circularity@Davos</h3>
<p class="Standard1"><span lang="EN-US"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2545 alignright" src="https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2020/03/Lemke-Davos-2020-1024x844-1-300x247.jpg" alt="" width="300" height="247" srcset="https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2020/03/Lemke-Davos-2020-1024x844-1-300x247.jpg 300w, https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2020/03/Lemke-Davos-2020-1024x844-1-768x633.jpg 768w, https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2020/03/Lemke-Davos-2020-1024x844-1-700x577.jpg 700w, https://thinking-circular.com/wp-content/uploads/2020/03/Lemke-Davos-2020-1024x844-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></span></p>
<p>Diese Woche treffen sich Wirtschaftsführer, Politiker und führende Wissenschaftler mit Umweltaktivisten, um auf der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, über Wirtschaft und Nachhaltigkeit zu diskutieren.</p>
<p>Im Laufe der Jahre hat es sich von einem Elitetreffen westlicher Unternehmer und Industrieller zu einer viel breiteren Plattform für die globale Gemeinschaft entwickelt, um auf Themen wie Armut und Umwelt aufmerksam zu machen und bei Führungskräften für echte Veränderungen zu werben. Es scheint, dass die globale Geschäftswelt allmählich zu verstehen beginnt, dass es ein ernstes Problem in unserer gemeinsamen Perspektive des Klimawandels gibt &#8211; nämlich die Vorstellung, dass Umwelt- und Geschäftsinteressen inhärent im Widerspruch zueinander stehen.</p>
<p>Ein neuer Bericht des WEF hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Weltwirtschaft &#8211; rund 44 Billionen US-Dollar &#8211; durch den Klimawandel gefährdet ist. Industrien wie das Baugewerbe, die Landwirtschaft und die Lebensmittel- und Getränkeindustrie hängen alle von der Nachhaltigkeit der natürlichen Ressourcen ab, um rentabel zu bleiben. Kurz gesagt, die globale Erwärmung ist schlecht für den Planeten, aber auch schlecht für das Geschäft. Die Staats- und Regierungschefs der Welt müssen verstehen, dass das Bruttoinlandsprodukt ihrer Nationen untrennbar mit der Natur verbunden ist. Die Unternehmen müssen anerkennen, dass sie ein berechtigtes Interesse an der Förderung der Nachhaltigkeit haben.</p>
<p>Das Weltwirtschaftsforum muss zur Bühne für Gespräche werden, die alle Menschen, ihren Lebensunterhalt und ihr Wohlergehen betreffen. Solche Gespräche können, wenn sie ernst genommen werden, zu echten und raschen Veränderungen in der Denkweise führen. Der Klimawandel, der enorme Verlust an unberührter Natur, die Vergiftung des Meeres und die dramatische Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Planeten sind kein abstraktes Problem mehr, das uns in ferner Zukunft beschäftigen wird.</p>
<p>Das Ignorieren dieser sich beschleunigenden Zerstörung des Planeten ist keine rentable Option mehr &#8211; weder für die Weltwirtschaft noch für private Unternehmen und schon gar nicht für die Gesundheit des Planeten und für die Menschen, Tiere und Pflanzen, die auf der Erde leben. In Davos müssen Unternehmen über das Maß hinausdenken, in dem ihre Bilanzen rot oder schwarz sind. Sie müssen grün sein.</p>
<p>Author: Dr. Hans Meves</p>
<p>&nbsp;</p>
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